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Nun möchte ich in diesem Teil auf die Aktivität des Zeichnens eingehen. An sich ist das Zeichnen nur ein "Werkzeug". Für die Tätigkeit des Zeichnens ist der Zeichner frei, es gibt keine genaue Regeln, er ist frei in der Wahl des Stils und in der Gestaltung der Figuren und der Hintergründe. Dennoch sollten die Zeichnung und der Styl einer gewissen "Logik" folgen. Letztendlich kommt es darauf an, dass der Zeichner mit seinem eigenen Zeichenstil sich zufriedenstellt und dass er die Formen, die er zu Papier bringt, wertschätzt und liebt.
Was mich betrifft, so konnte ich seit meiner Kindheit ein gewisses "Talent" zum Zeichnen entwickeln. Dennoch musste ich in den letzten Jahren meinen Stil verfeinern und vor allem mein Zeichnen "professionalisieren".
Ich habe mich jahrelang in der Tätigkeit des Zeichnens "verloren", ohne wirkliche Fortschritte zu machen, bis ich für mich die "richtige Methode" erkannt habe.
DIE "RICHTIGE METHODE": Beobachtung
Ich konnte mich bei der Tätigkeit des Zeichnens für bestimmte Vorlieben entscheiden. Ich hatte schon immer eine große Bewunderung für den Zeichenstil einiger großer "Klassiker": Lucky Luke von Morris, Tim und Struppi von Hergé und schließlich die Schlümpfe von Peyo. Ich wollte immer bestimmte Formen dieser "Klassiker" in meinem Stil integrieren.
Das führte dazu, dass ich mich stark von den Händen von Lucky Luke, den Augen des Kapitän Haddoque, der Nase von Tim für mein Zeichnen inspiriert habe.
Tatsächlich habe ich anfangs viel ausprobieren und rumexperimentieren müssen , um den Stil meiner Figuren zu entwickeln. Bevor ich mich für den einen oder anderen Stil entschieden habe, habe ich tatsächlich lange Zeit die Zeichnungen meiner "großen Klassiker" beobachtet, ich beobachtete zwar auch andere Stile wie "thorgal", "Largo Winch" oder "La foire aux immortels" ( Alexander Nikopol; das Geschäft der Unsterblichen ). Ich habe Stunden damit verbracht, um bestimmte Merkmale von Morris und Hergés Zeichnungen zu identifizieren.
In Wahrheit geht es beim Zeichnen vor allem um Beobachtung. Entgegen der vorläufigen Meinung besteht die Tätigkeit des Zeichners nicht darin, die ganze Zeit zu zeichnen.
Es geht darum, ein Auge und ein Gedächtnis für die Formen der Zeichnung und der Stile zu entwickeln.
Meine Tätigkeit als Zeichner beruhte also zu 60-70 % der Zeit auf Beobachtungen. Die Umsetzung auf Papier besteht nur aus 20 bis 40 % meiner Arbeit als Zeichner.
Durch die Beobachtung entwickelt man ein Gefühl für Proportionen, Perspektive und Stile. Man kann dadurch eine gewisse "Logik" in den Zeichnungen, in den Formen, in den Proportionen erkennen.
Es geht also darum für die Zeichnungen die "perfekte Linie" zu finden. Hergé war bekannt dafür, die Methode der "perfekten Linie" für seine Comics einzusetzen.
Hier geht es um "Qualität" und nicht Quantität. Mein Ziel ist nicht viel zu zeichnen, sondern die "optimale" Form zu finden.
Die Zeichnungen sollten von einem "professionellen Auge" bzw. vom einem professionellen Zeichner gezeigt werden. Damit konnte ich selber ein kritisches Auge für meine Werke entwickeln. Ein professioneller Comiczeichner hat auch mehr Distanz zu den Formen und den Zeichnungen.
GERNE ZEICHNEN: Raus aus dem "geistigen" Gefängnis
Es scheint logisch, dass ein Zeichner die Tätigkeit des Zeichnens liebt, aber das ist nicht so offensichtlich. Tatsächlich kann ein Zeichner eine halbe oder eine ganze Stunde lang Freude am Zeichnen haben, aber nach einer gewissen Zeit kann es geschehen, dass sich beim Zeichnen langeweile einsetzt. Schlimmer noch: Wenn man um jeden Preis stundenlang zeichnen will, um gut und Erfolgreich zu sein, kann das "geistige" oder Mentale sehr anstrengend sein. Tatsächlich kann stundenlanges Zeichnen sehr hohes psychisches Leiden bedeuten. Also, raus aus dem geistigen Gefängnis.
Die "geistige" oder mentale Gefangenschaft entsteht dadurch, dass man sich während des Zeichnens mit seinen Gedanken identifiziert; mit anderen Worten, man verliert sich in Gedanken und man ist nicht auf das Zeichnen konzentriert. Um dieser mentalen Gefangenschaft zu entgehen, muss der Zeichner sich auf das Blatt und das Zeichnen konzentrieren. Nur so kann der Zeichner eine große Leidenschaft für die Tätigkeit des Zeichnens entwickeln.
DIE PERFEKTE LINIE
Der Begriff der "perfekten Linie" ist vielen Zeichnern sehr geläufig; es geht darum, möglichst genaue Formen, Proportionen und Bleistiftstriche zu entwickeln.
IIn der Phase "Bleistiftzeichnungen" werden zunächst auf dem Papier Skizzen gemacht, ein Plan oder ein
"Skelett" wird damit aufgebaut. Dann wird das "Skelett" verfeinert und nach und nach durch viele Versuche mit Bleistift, kann der Zeichner für sich die optimale Form herausfinden.
Dann folgt die Phase des schwarzen Einfärbens mit dem Pinsel ; das schwarze Einfärben ist die letzte Phase in dem Prozess, bei dem man mit schwarzer Tinte und Pinsel nochmal die Bleistiftlinien korrigiert. Die Form/die Linie bekommt so damit ihren letzten endgültigen Ausdruck.
Zeichnen: die verschiedenen Werkzeuge
Für das Zeichnen gibt es verschiedene Werkzeuge. Es sind natürlich der Bleistift und der Pinsel.
Ein zusätzliches Werkzeug ist das Grafiktablett; mit der Photoshop-Software und dem Grafiktablett zeichnet man auf dem Bildschirm.
Das Blatt mit der Zeichnung wird eingescannt, dann werden die Formen mit der Photoshop-Software nochmal korrigiert. Dann folgt die Arbeit mit den Farben.
Es ist anzumerken, dass die Zeichnung mit dem digitalen Stift auf dem Bildschirm den natürlichen Ausdruck des Bleistifts und des Pinsels verliert, die Zeichnung auf Papier hat eine andere Dynamik und enthält eine Frische, die das digitale Zeichnen nicht hat.



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